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Das Klavierspiel erlernen als Analogie zum Leben. Erster Teil

Aktualisiert: Feb 16




Heute in den frühen Morgenstunden wurde mir klar, alles hat seinen Sinn. Jede Erfahrung, die wir machen, hat ihren Sinn und möchte uns heil werden lassen.

Ich habe mir im letzten Jahr einen lang gehegten Wunsch erfüllt, ein Klavier.

Alles passte, es sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe, selbst der Preis stimmte.

Da ich schon andere Tasteninstrumente spielen gelernt habe, dachte ich, so schwierig wird es schon nicht sein, die linke Hand dazu zu nehmen. Ein Übungsheft hatte ich bereits. Ich begann mit den ersten Übungen und siehe da, es ging ganz gut. Ein paar Defizite in der Notenlehre, konnten durch einen lieben Freund behoben werden.

Mir kamen aber schon bald bedenken, was ist, wenn sich Fehler einschleichen, die später schwer zu korrigieren sind. Also fragte ich kurzer Hand eine mir bekannte Klavierlehrerin, ob sie sich vorstellen könne, mich zu unterrichten. Ich hatte mir jeden Monat einen Termin vorgestellt, falls sich gravierende Fehler einschleichen sollten. Sie stimmte dem Unterricht zu, war aber der Meinung, besser jede Woche einen Termin zu machen.

Ich dachte mir, okay, einen Versuch ist es wert.

Die erste Stunde kam, ich fühlte mich merklich unwohl. Ich dachte, komm, gib dir Zeit, das wird schon! Aber ich merkte, je mehr Zeit verging, desto unwohler fühlte ich mich, die Freude am Spielen hatte sich ganz und gar verabschiedet. Es fühlte sich nur noch nach Pflicht, Druck und Müssen an. Ich hatte meine Freude verloren. Hinzu kam noch, dass die Klavierlehrerin nicht zu mir passte. Sie war herzensgut, gar keine Frage, sie hatte Kinder unterrichtet und die Angewohnheit, immer laut mitzuzählen. Wenn ich den Ton nicht gleich fand, griff sie ins Geschehen ein, und drückte meinen Finger runter.


Bei Kindern mag das funktionieren, aber ich empfand es als Grenzüberschreitung. Ich bat, sie es zu unterlassen, aber es war so tief in ihr verankert, es passierte immer wieder. Auch das Zählen brachte mich total durcheinander. Ich konnte zu Hause, allein für mich, die Übungsstücke gut spielen aber dort - keine Chance.


Ich bemerkte, dass sich da etwas aufbaute, was ich nicht mehr akzeptieren und leben wollte. Um die Freude und Leichtigkeit wieder zu bekommen, musste ich diese Verbindung beenden. Auch dies war für mich ein riesiger Berg, ich hatte riesige Angst diese Frau zu verletzen oder nicht die richtigen Worte zu finden. Ich hatte mir vorgenommen, beim nächsten Unterricht werde ich mit ihr sprechen. Ich bat meine innere Führung, dass es für alle Beteiligten so sanft und harmonisch wie möglich wird. Und genau so war es dann auch. Hinterher war ich so stolz auf mich, dies gemeistert zu haben. Die Erleichterung war so wohltuend! Das Klavier spielen konnte endlich wieder frei und mit Freude geschehen.


Heute Morgen bekam ich das Bild: Das Leben ist wie das Erlernen eines Musikinstrumentes, in meinem Fall das Klavier. Ich hatte so eine Freude in mir, als ich das Klavier endlich hatte. Freude am Üben und Freude über jeden Fortschritt, den ich machte. Es war einfach schön. Ich konnte so spielen wie ich mich fühlte, selbst das kleinste Übungsstück hatte seinen eigenen Ausdruck, meinen Ausdruck. Ich fühlte eine Verbundenheit mit mir und dem Klavier, mit den Schwingungen. Es war etwas Besonderes für mich.

Durch den Unterricht wurde ich in eine vorgefertigte Form gesteckt, was in keiner Weise meinem Inneren entsprach. Jemand treibt an, wo ich noch ein paar Augenblicke verweilen muss, wo mein Inneres noch eine kleine Weile gebraucht, um es zu verinnerlichen. Mein Gefühl der Ruhe und Freude wandelte sich in Angst nicht gut genug zu sein, nicht zu genügen. Das laute Zählen der Lehrerin übertönte mein Inneres. Ich konnte meinen inneren Raum, in dem ich mich so wohlfühlte, während ich spielte, nicht mehr finden. Auch zu Hause war der Zauber der Freude verflogen.

Jetzt musste ich! Es muss sich ja auch lohnen, dass ich Unterricht nehme, es müssen Fortschritte zu hören sein!

Ja, so habe ich mich als Kind gefühlt, als ich in die Schule kam. Die Vorfreude war damals groß, aber als ich auf einmal nicht mehr sein durfte wie ich war, fing der Schlamassel an.

Mir wird so klar, wie sehr wir alle verbogen wurden, wie zurechtgebogen.

Kein Kind kann diesem Druck standhalten, und wenn doch, wird es als Sonderling, als nicht normal angesehen. Es entspricht nicht der Norm. Es kann sich nicht anpassen, ist eigenwillig, macht nur Ärger….

Kurz gesagt, die Normalität wird zur Abnormalität erklärt.

Das Kind hat ADHS, Aufmerksamkeitsdefizite, … Die Liste ist lang, aber die Ursache wird oftmals nicht erkannt oder will nicht erkannt werden. Es gibt bestimmt auch Störungen, die andere Ursachen haben, aber würden wir unseren Kindern mehr Einzigartigkeit und Lebendigkeit zugestehen, würde unsere Welt bestimmt ein wenig heller und fröhlicher sein.



Numerologisch, Tag und Urzeit

Datum: 12.1.2020/7

Uhrzeit: 6:12Uhr


Ich sehe die 12, sie bedeutet Leid und Opfer Dasein

Ich sehe die Eins, göttlicher Funken, die Einheit

Ich sehe die Sechs, die Liebe, Harmonie

Ich sehe die Drei, Körper, Geist und Seele

Ich sehe die 20, das Erwachen, sich der Dualität bewusst werden

Ich sehe die Sieben, den eigenen Weg gehen.


Ich hatte die Wahl, gehe ich weiterhin zum Unterricht und begebe mich damit in die Leid -und Opferrolle oder erwache ich und werde mir meiner Stärke bewusst. Kann ich erkennen, dass ich stark genug bin, das Leiden zu beenden, um dann in die Freude zu gehen. Durch das bewusste Hinschauen konnte ich den Mut entwickeln, den Berg zu überwinden und für mich zu sorgen. Die Zeit des Ausgeliefertseins ist vorbei, wir sind Schöpfer unseres eigenen Lebens und keine Opfer. Gehen wir in die Eigenverantwortung und Selbstliebe, wird das Zurechtbiegen nicht mehr so leicht möglich sein. Nur durch ein Vorleben von Eigenverantwortung und Selbstliebe lernen unsere Kinder diese Qualitäten.

Sie werden stark und der Widerstand gegen Fremdbestimmung wächst.

Ich bin die Veränderung, nur wenn ich es nicht mehr zulasse und Grenzen setze, wird sich auch mein Umfeld ändern.


Danke

Liliklu



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