• Marie Lunettes

Wegweiser kleiner Hund




Jetzt ist es an der Zeit falsche Muster meines Lebens zu beenden.

11/7/5/32/8

Ich danke der tapferen Seele, dem kleinen Hund! Du hast mir gezeigt, dass ich mitfühlend in einer gefühllosen Gesellschaft bin.

Dass ich hinsehe, wo andere weggucken.

Dass ich versuche zu handeln, wo andere einfach so tun, als ob es nichts zu handeln gäbe. Dass ich trauere, wenn Leben achtlos weggeworfen wird.

Am 17.6.20 gegen 7.20 Uhr überquerte ich eine Straße mit Fußgängerinsel zur morgendlichen Rushhour. Ich war auf dem Weg mit meinem Hund um den Teich. Auf dieser Fußgängerinsel stand ich mit meinem Hund und wartete auf eine Lücke im Autoverkehr. Da schnuffelte etwas an meinen Beinen, ich bückte mich und sah einen kleinen schwarzen, glatthaarigen Hund. Der sagte neugierig guten Morgen. Ich war erstaunt und fasste ihn am Zeckenhalsband, damit er nicht unter die Räder kommt. Leider konnte ich keinen Hundebesitzer ausmachen, der suchend um sich schaute. So nahm ich ihn mit über die Straße. Wiederum versuchte ich einen Hundebesitzer auszumachen. Vergeblich. Mittlerweile zeigte mir das Tier, dass es sich so festgehalten, nicht wohl fühlt. Bevor er mich knappen oder beißen würde, lies ich ihn los. Dann ging alles sehr schnell. Er machte ein paar kleine Sprünge und setzte über die Straße. Ein blauer älterer Kleinwagen mit einer Frau am Steuer überrollte den Hund. - Und alle taten so als ob nichts passiert wäre! Das Auto fuhr ungebremst weiter. Die Passanten, Radfahrer, Autofahrer, die vielen Menschen, die unterwegs waren..... - NICHTS. Es löste sich eine kräftige Frau auf der anderen Straßenseite aus der Menge und rannte zu dem Hund, nahm ihn auf den Arm. Er lebte noch. Ich rief ihr entsetzt zu, “... ich habe mein Handy nicht dabei um Hilfe zu holen...“, weinte und verstand die Welt nicht. Ich fühlte mich schuldig. Hätte ich mich doch lieber beißen lassen! Dann wäre der Hund nicht überfahren worden.

Ich verstand nicht. Es fühlte sich so an, als ob dieses Geschehen sofort in den Köpfen der Menschen gelöscht wurde. Ich weinte bitterlich, während ich mit meinem Hund um den Teich lief. Zuhause angekommen, suchte ich die Nähe zu Ute. Ich brauchte eine Freundin. Im Laufe des Chats erzählte ich ihr von meinem Erlebnis. Sie verstand es dieses Geschehen auf eine andere Ebene zu bringen. So macht es Sinn. Die Seele des kleinen, mutigen Hundes war hier, um genau das zu tun:

Aufzeigen, was hier in unserer Gesellschaft falsch läuft. Und ich habe es gesehen.

Ja, was soll ich sagen. Ich habe eine Entscheidung gefällt, die ich schon länger bebrütet hatte. Jetzt bin ich bereit meinen Arbeitsplatz zu verlassen, habe die Heilpraktikerausbildung begonnen. Beschäftige mich intensiv mit den Lenormand Karten. Plötzlich ergeben sich neue Kontakte zu Mitmenschen. Ich freue mich. Dieses Lebewesen hat mir die Richtung gewiesen.

Liebe Ute, danke für dein Licht.

Marie

PS: Mein Muster war es, mich nicht zu zeigen. Jetzt tue ich es.

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