• Liliklu

Wodurch bekommt das Unnatürliche seine Schönheit?

Aktualisiert: Jan 25





Morgens 5:30 Uhr auf Sylt. Das Fenster im Schlafzimmer ist geöffnet, das Schauspiel beginnt!

Laute Schreie, als wenn ein Hund gequält wird, ein Kind, das erbärmlich weint, eine Frau, die lauthals lacht …. Geräusche, laut, scharf und schmerzend.

All diese Geräusche stammen von den Möwen, welche auf den Flachdächern von Sylt leben. Sie haben sich hier niedergelassen, da sie hier leichtes Spiel mit der Nahrung haben. Touristen füttern, wenn nicht freiwillig, dann auch unfreiwillig. Es gibt Nahrung in Hülle und Fülle! Die Räuber sind sehr wachsam und clever!

Es fühlt sich sehr unangenehm an, diese Geräusche am Morgen. Nur selten gibt es hier (direkt in der Stadt Westerland) Vogelgezwitscher, welches mich immer so entspannt und zum Träumen einlädt.

Ich mag Möwen in ihrer natürlichen Umgebung, sie haben etwas von Freiheit und Schönheit, von ausgeglichen sein, sich mit dem Wind und dem Wasser eins zu fühlen.

Hier in diesem Umfeld werden sie sehr hässlich und lästig. Sie wirken hinterlistig, berechnend und abstoßend. Es soll uns etwas zeigen, etwas aufzeigen, etwas spiegeln.

Wo sind wir nicht in unserer natürlichen Umgebung, wo sind wir angepasst und haben dadurch unsere Schönheit, Freiheit und Anziehungskraft verloren? Welches leichte Spiel lockt uns so sehr, dass wir unsere Natürlichkeit und unsere Freiheit aufgegeben haben?

Ich weiß, alles unterliegt dem Wandel, aber ist es notwendig, seine Schönheit, seine Freiheit und Natürlichkeit zu verlieren? Ich denke nicht!

Ich glaube, wenn wir uns nicht von Macht und Geld locken lassen, sondern von der Schönheit, Freiheit, Natürlichkeit und einem Wohlgefühl, können wir den Kurs, der so hässlich und entfremdlich macht, korrigieren. Die Natürlichkeit lässt sich nicht lange bitten, sie „scheint“ schon oft nach kürzester Zeit durch. Die Natur holt sich, schon nach kurzer Unachtsamkeit des so „ordentlichen Menschen“, alles was geht zurück. Sie lässt einfach Gras darauf wachsen oder durchbricht mit klitzekleinen Wurzeln die Teerdecke. Sie zersetzt Metall und lässt Beton zerbröseln. Sie integriert dort vorübergehend, wo nur der Mensch den entstandenen Schaden korrigieren kann.

Wir können so viel lernen, wenn wir die Augen, das Herz und unser Bewusstsein für das wirklich Wichtige öffnen.

Es gibt auch Entwicklungen, die nicht direkt durch den Menschen geschehen, wo einfach eine Muschelart am Strand auftaucht, die sonst nur in anderen Gefilden auftaucht. Hier wird sich sicherlich noch zeigen, ob hässlich und lästig. Im Moment ist es noch wundern und staunen.

Die Liebe von Mutter Erde, ihre Selbstheilungskräfte und Geduld mit uns, lässt Hoffnung auf Heilung aufkommen. Sie hüllt all die Verletzungen, die wir ihr zufügen in Liebe ein, nimmt sie an und lässt sie heilen. Das lässt die Hässlichkeit vom Unnatürlichen im neuen Licht erscheinen. Aber Vorsicht, auch die größte Geduld hat ihre Grenzen.

Aufwachen, es ist Zeit aufzuwachen!


Danke

Liliklu


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